Pflichtangaben einer E-Rechnung: Checkliste nach § 14 UStG, EN 16931 und XRechnung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine E-Rechnung braucht dieselben Pflichtangaben wie jede Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG – sie stehen aber in festgelegten Datenfeldern der Norm EN 16931 (Business Terms, kurz BT).
  • Die XRechnung ergänzt deutsche Zusatzregeln (BR-DE), vor allem Leitweg-ID/Käuferreferenz, einen Ansprechpartner mit Telefon und E-Mail und Zahlungsinformationen.
  • GmbH, UG und AG müssen zusätzlich Rechtsform, Sitz, Registergericht, Handelsregisternummer und Geschäftsführung angeben (§ 35a GmbHG, § 80 AktG).
  • Fehlt eine Pflichtangabe, kann der Vorsteuerabzug des Empfängers gefährdet sein.

Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG und ihre Felder in der E-Rechnung

Nr. Pflichtangabe (§ 14 Abs. 4 UStG) Feld in der EN 16931
1 Vollständiger Name und Anschrift des Leistenden BT-27 Verkäufername, BG-5 Anschrift
1 Vollständiger Name und Anschrift des Leistungsempfängers BT-44 Käufername, BG-8 Anschrift
2 Steuernummer oder USt-IdNr. des Leistenden BT-32 Steuernummer, BT-31 USt-IdNr.
3 Ausstellungsdatum BT-2 Rechnungsdatum
4 Fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer BT-1 Rechnungsnummer
5 Menge und Art der Lieferung bzw. Umfang und Art der Leistung BG-25 Rechnungspositionen (BT-153 Bezeichnung, BT-129 Menge)
6 Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung BT-72 Lieferdatum oder BG-14 Leistungszeitraum
7 Entgelt nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen aufgeschlüsselt BG-23 Umsatzsteuer-Aufschlüsselung (BT-116)
7 Im Voraus vereinbarte Entgeltminderungen (z. B. Skonto) BT-20 Zahlungsbedingungen, BG-20 Nachlässe
8 Steuersatz und Steuerbetrag bzw. Hinweis auf Steuerbefreiung BT-119 Steuersatz, BT-117 Steuerbetrag, BT-120 Befreiungsgrund
9 Hinweis auf Aufbewahrungspflicht (Bauleistungen an Privatpersonen) BT-22 Rechnungsbemerkung
10 Angabe „Gutschrift“ bei Abrechnung durch den Leistungsempfänger BT-3 Rechnungstyp

Hinzu kommen je nach Fall weitere Angaben, etwa „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ bei Reverse Charge (Steuerkategorie AE) oder der Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG (Steuerkategorie E mit Befreiungsgrund).

Technische Pflichtfelder der EN 16931

Neben den umsatzsteuerlichen Angaben verlangt die Norm Felder, die für die automatische Verarbeitung nötig sind:

  • BT-3 Rechnungstyp – z. B. 380 Rechnung, 381 Gutschrift, 326 Abschlagsrechnung, 386 Anzahlungsrechnung
  • BT-5 Währung – ISO-4217-Code wie EUR
  • BT-24 Spezifikationskennung – welches Profil die Rechnung erfüllt (z. B. XRechnung 3.0)
  • BT-40 und BT-55 Ländercodes von Verkäufer und Käufer
  • BT-106 bis BT-115 Summen – Positionssumme, Netto, Umsatzsteuer, Brutto, bereits gezahlt, fällig
  • BT-130 Mengeneinheit je Position nach UN/ECE Recommendation 20 (z. B. C62 Stück, HUR Stunde)

Diese Werte müssen rechnerisch zusammenpassen. Die Regeln BR-CO-10 bis BR-CO-17 prüfen zum Beispiel, dass der Bruttobetrag genau Nettobetrag plus Umsatzsteuer ergibt.

Zusätzliche Pflichtfelder der XRechnung

Regel Anforderung Feld
BR-DE-1 Zahlungsinformationen müssen angegeben werden BG-16
BR-DE-2, BR-DE-5 Ansprechpartner des Verkäufers BT-41
BR-DE-6 Telefonnummer des Ansprechpartners BT-42
BR-DE-7 E-Mail-Adresse des Ansprechpartners BT-43
BR-DE-3, BR-DE-4 Ort und Postleitzahl des Verkäufers BT-37, BT-38
BR-DE-8, BR-DE-9 Ort und Postleitzahl des Käufers BT-52, BT-53
BR-DE-15 Käuferreferenz bzw. Leitweg-ID BT-10
BR-DE-16 USt-IdNr. oder Steuernummer des Verkäufers BT-31, BT-32

Die Leitweg-ID ist bei Rechnungen an Behörden die wichtigste Angabe: Sie adressiert die zuständige Stelle. Der öffentliche Auftraggeber teilt sie mit, meist in der Bestellung.

Pflichtangaben für GmbH, UG und AG

Kapitalgesellschaften müssen auf allen Geschäftsbriefen – dazu gehören Rechnungen – zusätzliche Angaben machen:

  • Rechtsform (z. B. GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG)
  • Sitz der Gesellschaft
  • Registergericht und Handelsregisternummer (z. B. Amtsgericht München, HRB 12345)
  • Geschäftsführer (GmbH, UG) bzw. Vorstand und Aufsichtsratsvorsitz (AG)

Rechtsgrundlagen sind § 35a GmbHG, § 80 AktG und für eingetragene Kaufleute § 37a HGB. In der E-Rechnung werden die Handelsregisternummer im Feld BT-30 und die übrigen Angaben in den rechtlichen Zusatzinformationen BT-33 übertragen. e2invoice setzt beides automatisch aus den Impressum-Feldern zusammen und druckt sie im Fußbereich der Rechnung.

Checkliste zum Abhaken

  • Rechnungsnummer eindeutig und fortlaufend
  • Rechnungsdatum und Leistungsdatum bzw. -zeitraum
  • Name und vollständige Anschrift beider Parteien
  • Steuernummer oder USt-IdNr. des Verkäufers
  • Positionen mit Bezeichnung, Menge, Einheit und Einzelpreis
  • Netto je Steuersatz, Steuersatz, Steuerbetrag, Brutto
  • Grund bei Steuerbefreiung oder Reverse Charge
  • Zahlungsbedingungen oder Fälligkeitsdatum, Bankverbindung
  • Ansprechpartner mit Telefon und E-Mail (XRechnung)
  • Käuferreferenz bzw. Leitweg-ID (XRechnung)
  • Bei GmbH/UG/AG: Rechtsform, Sitz, Registergericht, HRB, Geschäftsführung
  • Bei Schlussrechnungen: Abzug der Abschläge samt Umsatzsteuer (mehr dazu)

Pflichtangaben automatisch prüfen

Ob eine E-Rechnung alle Pflichtangaben enthält und die Beträge stimmen, zeigt die kostenlose Validierung in Sekunden – mit Regel-ID und betroffenem Feld für jeden Fehler. Beim Erstellen mit e2invoice werden die Pflichtfelder bereits bei der Eingabe geprüft.

Häufige Fragen zum Thema

Pflichtangaben einer E-Rechnung: Checkliste nach § 14 UStG, EN 16931 und XRechnung

Dieselben wie jede Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG: vollständiger Name und Anschrift von Leistendem und Empfänger, Steuernummer oder USt-IdNr., Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Art der Leistung, Zeitpunkt der Leistung, Entgelt nach Steuersätzen aufgeschlüsselt, Steuersatz und Steuerbetrag bzw. Hinweis auf eine Steuerbefreiung. In der E-Rechnung stehen diese Angaben in festgelegten Feldern der EN 16931.

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