E-Rechnung prüfen: Die häufigsten Validierungsfehler und wie Sie sie beheben

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine E-Rechnung wird gegen Geschäftsregeln geprüft. Jede Regel hat eine Kennung: BR (EN 16931 allgemein), BR-CO (Rechen- und Konsistenzregeln), BR-S/E/AE/… (Umsatzsteuerkategorien) und BR-DE (deutsche XRechnung-Regeln).
  • Die häufigsten Fehler sind eine fehlende Leitweg-ID (BR-DE-15), Rundungsdifferenzen bei Summen (BR-CO-10 bis BR-CO-17), ein fehlender Befreiungsgrund bei 0 % Umsatzsteuer (BR-E-10) und fehlende Kontaktdaten des Verkäufers (BR-DE-5 bis BR-DE-7).
  • Mit der kostenlosen Validierung von e2invoice sehen Sie für jeden Fehler Regel-ID, Feld und Erklärung.

So ist eine Fehlermeldung aufgebaut

Jede Meldung besteht aus drei Teilen:

  • Regel-ID, z. B. BR-CO-15 – welche Regel verletzt wurde
  • Feld, z. B. BT-112 – welcher Business Term der EN 16931 betroffen ist
  • Beschreibung – was erwartet wurde und was in der Rechnung steht

Die BT-Nummern sind in allen E-Rechnungsformaten gleich. Ein Fehler zu BT-112 betrifft in einer XRechnung (UBL) das Element cbc:TaxInclusiveAmount und in einer ZUGFeRD-Rechnung (CII) das Element ram:GrandTotalAmount – gemeint ist immer der Bruttobetrag.

Die häufigsten Fehler im Überblick

Regel Bedeutung Typische Ursache Lösung
BR-DE-15 Käuferreferenz fehlt Feld nicht befüllt Leitweg-ID oder Bestellnummer in BT-10 eintragen
BR-DE-5/6/7 Ansprechpartner, Telefon oder E-Mail des Verkäufers fehlt Kontaktblock unvollständig Name, Telefon und E-Mail ergänzen
BR-DE-1 Zahlungsinformationen fehlen Keine Zahlungsart angegeben Zahlungsart und IBAN angeben
BR-CO-10 Positionssumme stimmt nicht Position nachträglich geändert BT-106 aus den Positionen neu berechnen
BR-CO-14 Umsatzsteuer gesamt stimmt nicht Steuer pro Position gerundet Steuer je Steuersatz aus der Nettosumme berechnen
BR-CO-15 Brutto ≠ Netto + Umsatzsteuer Rundungsfehler Brutto aus gerundeten Summen bilden
BR-CO-16 Zahlbetrag stimmt nicht Anzahlung oder Rundung nicht berücksichtigt Fällig = Brutto − bereits gezahlt + Rundung
BR-CO-17 Steuerbetrag je Kategorie falsch Steuersatz passt nicht zur Bemessungsgrundlage Bemessungsgrundlage × Steuersatz
BR-S-05 Standardsatz mit 0 % Steuerkategorie S bei steuerfreier Leistung Kategorie E, Z, AE oder K verwenden
BR-E-10 Befreiungsgrund fehlt 0 % ohne Begründung Grund angeben, z. B. „Kleinunternehmer gem. § 19 UStG“
BR-AE-10 Reverse-Charge-Hinweis fehlt Kategorie AE ohne Text „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ angeben
BR-CO-26 Verkäufer nicht identifizierbar Weder USt-IdNr. noch Steuernummer noch Registernummer Mindestens eine Kennung angeben

Rechenfehler: Das Rundungsproblem

Die meisten BR-CO-Fehler entstehen durch Rundung. Die EN 16931 rechnet pro Steuersatz, nicht pro Position:

  1. Positionsbeträge netto berechnen und auf zwei Nachkommastellen runden.
  2. Positionsbeträge je Steuersatz addieren (Bemessungsgrundlage, BT-116).
  3. Steuer je Steuersatz aus der Bemessungsgrundlage berechnen und runden (BT-117).
  4. Netto gesamt, Steuer gesamt und Brutto aus diesen gerundeten Werten bilden.

Wer stattdessen die Steuer für jede Position einzeln rundet und addiert, landet bei vielen Positionen schnell einen Cent daneben – und die Rechnung ist ungültig.

Steuerbefreiungen richtig angeben

Eine Rechnung ohne Umsatzsteuer braucht in der E-Rechnung die passende Steuerkategorie und einen Befreiungsgrund:

Fall Kategorie Beispiel für den Befreiungsgrund
Kleinunternehmer E Steuerbefreit gem. § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung)
Reverse Charge Inland AE Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG)
Innergemeinschaftliche Lieferung K Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (§ 4 Nr. 1b UStG)
Ausfuhr in Drittland G Steuerfreie Ausfuhrlieferung (§ 4 Nr. 1a UStG)
Nicht steuerbar O Leistung unterliegt nicht der Umsatzsteuer

ZUGFeRD-Profile: Nicht jede ZUGFeRD-Datei ist eine E-Rechnung

ZUGFeRD kennt mehrere Profile. Die Profile MINIMUM und BASIC WL enthalten keine vollständigen Rechnungspositionen und gelten deshalb nicht als E-Rechnung im Sinne des § 14 UStG. Gültig sind die Profile BASIC, EN 16931 (früher COMFORT), EXTENDED und XRECHNUNG. Die Validierung erkennt das Profil anhand der Spezifikationskennung (BT-24) und warnt bei den unzureichenden Profilen.

Validierung von e2invoice und KoSIT-Validator

Die Validierung von e2invoice prüft die fachlichen Geschäftsregeln und erklärt Fehler verständlich – ideal für die schnelle Kontrolle vor dem Versand oder beim Empfang. Für eine zertifizierte Prüfung gegen die offiziellen Schematron-Regeln gibt es zusätzlich den Validator der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT). Bei Einreichungen über Behördenportale wird die Rechnung dort ohnehin noch einmal geprüft.

Automatisiert prüfen

Über die kostenlose REST-API lässt sich jede ein- oder ausgehende Rechnung automatisch prüfen: POST /api/invoice/validate liefert das Ergebnis mit allen Fehlern und Warnungen als JSON. Details im Artikel E-Rechnungen per API erstellen, lesen und prüfen.

Häufige Fragen zum Thema

E-Rechnung prüfen: Die häufigsten Validierungsfehler und wie Sie sie beheben

Laden Sie die XML- oder PDF-Datei in einen Validator hoch, zum Beispiel kostenlos unter /validieren bei e2invoice. Die Rechnung wird gegen die Geschäftsregeln der EN 16931 und die deutschen XRechnung-Regeln geprüft. Jeder Fehler wird mit Regel-ID, betroffenem Feld und einer verständlichen Beschreibung angezeigt.

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